Roman schreiben: Deshalb brauchst du ein Lektorat

Hast du daran gedacht, was passiert, wenn du deinen Roman zu Ende geschrieben hast? Oder bist du gerade bei der Recherche und fragst dich, was ein*e Lektor*in genau macht?

Wenn du eine Geschichte schreibst und diese deine Leser*innen begeistern soll, wirst du nicht umherkommen, dein Manuskript ins Lektorat zu schicken. Ein zweiter Blick, ja manchmal sogar ein dritter, können deine Geschichte um ein großes Stück besser machen. Glaube mir, ich spreche aus eigener Erfahrung.

Darum solltest du dein Manuskript ins Lektorat schicken

Wir Autor*innen lieben unsere Geschichten, stimmt’s? Immerhin sind sie durch unser Herz auf Papier geflossen. Es steckt viel Herzblut in Romanen, gerade im Selfpublishingbereich. Sie dann kritisch beäugen zu lassen, fällt gar nicht so einfach. Mir fiel es als Autorin damals nicht einfach. Aber mein erstes Lektorat brachte meine Geschichte einen großen Sprung nach vorne und hat mir vor allem für mein erstes veröffentlichtes Buch einen großen Mehrwert gebracht.

Zuerst: die Lektorin/der Lektor ist dein*e Freund*in. Okay, natürlich es gibt immer Schwarze Schafe, aber die meisten Lektor*innen wollen deine Geschichte pushen und ein grandioses Endergebnis. Durch die Expertise des Lektors/der Lektorin sind auch alle Weichen dafür gestellt. Es ist dann sehr wahrscheinlich, dass Leser*innen Freude an deinem Buch haben und es weiterempfehlen möchten. Denn sind wir ehrlich, es ist wichtig, dass deine Leser*innen Spaß am Lesen haben und deine Geschichte verschlingen. Lass dir das auf der Zunge zergehen … verschlingen.

Was passiert, wenn dein Roman einem Lektorat unterzogen wird?

Das Geschriebene wird genau unter die Lupe genommen. Und das ist gut so. Deshalb lässt du dein Manuskript ja lektorieren. Gute Lektor*innen arbeiten meist in zwei Durchgängen. Sie prüfen dein Manuskript auf Unstimmigkeiten und dies kann in einem Word-Dokument im Änderungen-nachverfolgen-Modus manchmal ganz schön wild aussehen. Aber lass dir gesagt sein, die erfolgreichsten Autor*innen finden nach einem Lektorat ein rotes Zeilenmeer vor.

Was wird in einem Lektoratsdurchgang nun wirklich beachtet?

Im Lektorat wird deine Geschichte hinsichtlich verschiedener Aspekte überprüft. Je nach deinen Stärken und Schwächen wird der eine oder andere Fehler häufiger auftreten. Für zukünftige Geschichten kannst du dir das Feedback der/des Lektorin/Lektors im Hinterkopf abspeichern und bereits beim Schreiben beachten.

  • Stringenz
  • Spannungsaufbau
  • Figurenentwicklung
  • Schreibstil (Füllwörter, Wiederholungen, Satzkonstruktion, …)
  • Verständlichkeit
  • Struktur
  • Rechtschreibung und Zeichensetzung

Bitte: Beachte, dass ein Lektorat nicht mit einem Korrektorat gleichzusetzen ist.

Lektorat
Im Lektorat legt man die rosarote Brille ab.

Wie findest du den/die passende Lektor*in für dich und dein Manuskript?

Ein gutes Verhältnis zur Lektorin/zum Lektor ist für mich persönlich essenziell. Der Austausch sollte freundschaftlich und entspannt sein. Kompetente Hilfestellung und Einfühlungsvermögen sind unheimlich wichtig.

Daher nimm zur Lektorin/zum Lektor ersten Kontakt auf. Achte auf die Fragen, die gestellt werden. Den Ton, den man in der Kommunikation an den Tag legt. Kommst du mit dem Charakter der Lektorin/des Lektors klar?

Gute Lektor*innen bieten auch ein Probelektorat. Da kannst du einen guten Eindruck von der Arbeitsweise des Lektors/der Lektorin gewinnen und deinen ersten Mehrwert aus der Überarbeitung ziehen. Beim Probelektorat gibt es allerdings Unterschiede. Manche Lektor*innen bearbeiten nur wenige Seiten, andere wollen sich stärker in die Geschichte einlesen bzw. eine Inhaltsangabe zur Orientierung haben. Für das Probelektorat üblich ist eine Seitenanzahl von 10 bis 25 Seiten.

Wann ist die Unterstützung eines Lektors/einer Lektorin im Vorfeld sinnvoll?

Es gibt Autor*innen, die einfach besser arbeiten, wenn sie von Anfang an Unterstützung bekommen. Gerade, wenn man das erste Buch verfasst und sich zwischen den Absätzen und Zeilen verloren fühlt, kann ein Lektor/eine Lektorin eine große Hilfe sein. Gemeinsam prüft man schon zu Beginn die Struktur, legt fest was in den einzelnen Kapiteln festgehalten werden soll und bekommt im kreativen Prozess schon regelmäßiges Feedback.

Außerdem gibt es Autor*innen, die so viel zu sagen haben, dass sie gar nicht wissen, wo der erste Schritt zu machen ist und wie das Wissen aufeinander aufbauen muss, damit die Leser*innen den Ausführungen folgen und wichtige Informationen mitnehmen können. Ein Lektorat zu Beginn kann hier sehr hilfreich sein.

Ich finde ein gutes Verhältnis zum Lektor/zur Lektorin essenziell. Empathie und Zeit spielen hier für mich eine große Rolle. Nur dann kann aus dem Manuskript am Ende ein wundervolles Buch entstehen, das die Leser*innen verschlingen.

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